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Kosten · 14. Januar 2025 · 5 Min.

Baukostenschub 2022: Was der Preissprung bei Stahl und Zement bedeutete

Innert eines Jahres verteuerte sich Stahl um siebzig Prozent; Zement zog binnen zwei Jahren um vierzig Prozent nach. Was diesen Schub auslöste und was Bauherrschaften seither daraus mitnehmen.

Baukostenschub 2022: Was der Preissprung bei Stahl und Zement bedeutete, Atelier AA Architekten

Der stärkste Anstieg seit Messbeginn

Im April 2022 stieg der Baupreisindex des Bundesamts für Statistik für den Hochbau gegenüber dem Vorjahr um 8,1 Prozent, der stärkste Anstieg innerhalb eines Jahres seit Beginn der Erhebung 1998. Die Materialkosten im Hochbau allein legten im Mai 2022 um 19,6 Prozent zu.

Am stärksten betroffen waren Metalle und mineralische Baustoffe: Stahl verteuerte sich nach Erhebungen des Schweizerischen Baumeisterverbands im Verlauf von 2021 um rund siebzig Prozent, Zement zwischen 2022 und 2023 um rund vierzig Prozent. Wer zu diesem Zeitpunkt einen Kostenvoranschlag aus dem Vorjahr in der Schublade hatte, stand vor einer unangenehmen Überraschung.

Lieferketten, Nachfrage, Wechselkurs

Drei Faktoren trafen zusammen: Lieferkettenstörungen nach der Pandemie, eine hohe gleichzeitige Nachfrage nach Baustoffen und Fachpersonal sowie steigende Energiekosten in der Materialproduktion. Lange Lieferzeiten und Annahmestopps einzelner Werke verschärften die Lage zusätzlich.

Ab Ende 2023 beruhigte sich die Entwicklung wieder, auch weil der starke Schweizer Franken die Importkosten für Baumaterialien in Franken spürbar dämpfte. Die Baupreise stiegen seither nur noch leicht.

Was das für die Kostenschätzung heisst

Der Preisschub 2022 hat vor allem eines gezeigt: Eine Kostenschätzung ist eine Momentaufnahme, kein fixer Vertrag. Zwischen Vorprojekt und Vergabe können, je nach Marktlage, mehrere Prozentpunkte liegen, bei einem Mehrfamilienhaus schnell ein sechsstelliger Betrag.

Wir arbeiten deshalb mit einem gestuften Vorgehen: Kostenschätzung im Vorprojekt, Kostenvoranschlag im Bauprojekt, danach die Präzisierung anhand der eingegangenen Unternehmerofferten. Die Genauigkeit wächst von Stufe zu Stufe, statt eine einzige, früh fixierte Zahl zu verteidigen.

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