Nachhaltigkeit · 18. März 2025 · 6 Min.
Holzbau im Aufwind: Warum mehrgeschossige Holzhäuser sich verdoppelt haben
Zwischen 2014 und 2024 hat sich die Zahl bewilligter Wohnbauten mit Holztragwerk und mindestens fünf Geschossen mehr als verdoppelt. Was hinter diesem Trend steckt.

Von Randerscheinung zu Marktanteil
Nach den Marktzahlen von Holzbau Schweiz erreichte Holz 2024 bei Neubauten mit mindestens drei Wohneinheiten einen Anteil von 8,4 Prozent, unter Einbezug von Umbauten 10,8 Prozent. Bei Wohngebäuden mit tragender Holzkonstruktion und mindestens fünf Geschossen stieg die Zahl der Bewilligungen zwischen 2014 und 2024 von rund 100 auf 215, hat sich also mehr als verdoppelt.
Warum Bauherrschaften Holz wählen
Der wichtigste Grund ist die graue Energie: Holz bindet beim Wachstum CO₂ und benötigt in der Herstellung deutlich weniger Energie als Beton oder Stahl. Dazu kommt die Vorfertigung: Holzelemente lassen sich witterungsunabhängig in der Werkhalle produzieren und auf der Baustelle in kurzer Zeit montieren.
Das verkürzt die Bauzeit und reduziert den Lärm auf der Baustelle, was besonders bei Verdichtungsprojekten in bewohnter Nachbarschaft ins Gewicht fällt.
Wo die Grenzen liegen
Holzbau ist nicht in jeder Situation die wirtschaftlichere Wahl. Bei sehr hohen Schallschutzanforderungen zwischen den Geschossen braucht es zusätzliche Massnahmen, die einen Teil des Gewichtsvorteils wieder aufheben. Auch die Feuchtigkeitsdetails an Übergängen zum Aussenraum verlangen sorgfältige Planung.
Für viele Bauaufgaben ist heute ein Hybrid aus Holz und Massivbau die pragmatischste Lösung, etwa Betonkerne für Treppenhäuser und Nasszellen kombiniert mit Holz für die übrige Struktur.
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