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Nachhaltigkeit · 6. Oktober 2025 · 6 Min.

Sommerlicher Wärmeschutz: Warum Hitzeschutz kein Extra mehr ist

Mit häufigeren Hitzewellen gewinnt der sommerliche Wärmeschutz an Bedeutung und ist längst Teil der SIA-Normen. Was das für Fassade und Fenster bedeutet.

Sommerlicher Wärmeschutz: Warum Hitzeschutz kein Extra mehr ist, Atelier AA Architekten

Die Norm hinter dem Thema

Der Nachweis des sommerlichen Wärmeschutzes stützt sich auf die Norm SIA 180 «Wärmeschutz, Feuchteschutz und Raumklima in Gebäuden», ergänzt durch die Normen SIA 382/1 und SIA 342 sowie die Merkblätter SIA 2024 und 2028. Sie verlangt, dass ein behagliches Raumklima primär mit konstruktiven Massnahmen sichergestellt wird, nicht mit zusätzlicher Kühltechnik.

Massgebend sind drei Faktoren: die Art und Effizienz der Verschattung von Fensterflächen, Standort und Ausrichtung des Gebäudes sowie die Wärmespeicherfähigkeit der Innenraumflächen.

Warum das Thema drängender wird

Mit häufigeren und längeren Hitzewellen reicht eine Fassade, die nur den winterlichen Wärmeschutz optimiert, nicht mehr aus. Grossflächige Verglasungen können ohne wirksamen Sonnenschutz zu erheblichen sommerlichen Wärmeeinträgen führen, mit der Folge, dass nachträglich eine Kühlung eingebaut werden muss, die weder geplant noch budgetiert war.

Wir prüfen den sommerlichen Wärmeschutz deshalb bereits im Entwurf, nicht erst als Nachweis kurz vor der Baueingabe, denn zu diesem Zeitpunkt lassen sich Fensteranteil, Verschattung und Speichermasse noch ohne Mehrkosten anpassen.

Bauliche Massnahmen statt Technik

Aussenliegende, bewegliche Verschattung, also Lamellenstoren oder Storen vor der Fassade, ist deutlich wirksamer als innenliegender Sonnenschutz, weil sie die Wärme schon vor dem Glas abhält statt erst im Raum. Auskragende Bauteile wie Balkone oder Vordächer können sommerliche, hoch stehende Sonne blockieren und gleichzeitig die flache Wintersonne einfallen lassen.

Massive Bauteile mit hoher Speicherfähigkeit, etwa Sichtbeton oder mineralische Innenputze, puffern Temperaturspitzen ab, indem sie Wärme tagsüber aufnehmen und nachts wieder abgeben, wenn richtig gelüftet wird.

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